Cereulid – Analytik

Zuverlässige Analytik für den Schutz besonders vulnerabler Verbrauchergruppen

Aktuelle Rückrufe von  Säuglingsnahrung verdeutlichen die hohe Bedeutung einer zuverlässigen und gezielten Analytik für den Schutz besonders vulnerabler Verbrauchergruppen. Die Sicherheit von Säuglings- und Kleinkindnahrung hat im Rahmen der EU-Lebensmittelsicherheitsstrategie und bei der Lebensmittelsicherheit höchste Priorität.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Toxin Cereulid, das von bestimmten Bacillus cereus Stämmen gebildet wird und zunehmend in den Mittelpunkt wissenschaftlicher, regulatorischer und öffentlicher Aufmerksamkeit rückt.

Was ist Cereulid und warum ist es kritisch?

Cereulid ist ein emetisches Toxin, das von bestimmten Stämmen des sporenbildenden Bakteriums Bacillus cereus gebildet wird. Der Keim ist in der Umwelt weit verbreitet und kann über verschiedene Rohstoffe in die Lebensmittelkette gelangen.

Die Bacilllus cereus Sporen können gängige Koch- und Verarbeitungsprozesse überleben. Unter geeigneten Bedingungen bildet das Bakterium das hitzestabile und säureresistente Toxin Cereulid, das auch nach der Abtötung der Keime im Lebensmittel verbleibt.

Der Verzehr kontaminierter Lebensmittel kann zu akuten gastrointestinalen Symptomen, insbesondere Übelkeit und Erbrechen, führen. Aufgrund ihres noch nicht vollständig entwickelten Stoffwechsels gelten Säuglinge als besonders empfindliche Verbrauchergruppe.

👉 Entscheidend ist daher: Der Nachweis des Bakteriums allein ist nicht ausreichend – für eine fundierte Risikobewertung muss das Toxin selbst analytisch bestimmt werden.

Cereulid in Säuglingsnahrung: EFSA-Bewertung und verschärfte EU-Importkontrollen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 2. Februar 2026 ein Rapid Risk Assessment zu Cereulid in Säuglingsanfangs- und Folgenahrung veröffentlicht. Darin schlägt die EFSA für Säuglinge eine akute Referenzdosis (ARfD) von 0,014 µg/kg Körpergewicht vor.

Als kritischer akuter Endpunkt wurde Emesis (Erbrechen) herangezogen. Aufgrund der besonderen Stoffwechselsituation sehr junger Säuglinge (unter 16 Wochen) wählte die EFSA einen bewusst vorsichtigen Ansatz. Die Bewertung unterstreicht erneut, wie wichtig der gezielte Nachweis und die Quantifizierung von Cereulid für den präventiven Verbraucherschutz sind.

👉 Rein mikrobiologische Untersuchungen reichen hierfür nicht aus.

Nach mehreren gemeldeten Erkrankungsfällen bei Säuglingen im Zusammenhang mit Cereulid-kontaminierter Säuglingsanfangsnahrung haben ECDC und EFSA am 19. Februar 2026 zusätzlich ein Rapid Outbreak Assessment veröffentlicht. Als Eintragsquelle wurde Arachidonsäure-Öl (ARA) identifiziert; retrospektive Analysen datieren die Kontamination auf Lieferungen ab Oktober 2024.

Nur fünf Tage später folgte die regulatorische Umsetzung:
Mit der Commission Implementing Regulation (EU) 2026/459 wird ARA-Öl mit Ursprung in China als Hochrisikoprodukt eingestuft und in Anhang II der VO (EU) 2019/1793 aufgenommen.

Was bedeutet das für die Praxis?

  • 50 % Identitäts- und Warenkontrollen bei Einfuhr in die EU
  • Verpflichtendes amtliches Zertifikat
  • Beigefügte Analyseergebnisse müssen die Abwesenheit von Cereulid belegen
  • Faktischer Null-Toleranz-Ansatz: < 0,1 µg/kg (LOQ)
  • Verbindliche Referenzmethode: ISO 18465 (LC-MS/MS)

Damit wird die toxinspezifische Analytik regulatorisch eindeutig verankert.

Unsere Lösung: Weiterentwickelte Cereulid-Analytik bei Mérieux NutriSciences I Institut Kirchhoff Berlin

Aufbauend auf unserer etablierten Bestimmung gemäß DIN EN ISO 18465:2017 haben wir unsere Methodik gezielt weiterentwickelt und konnten so die Cereulid-Analytik für eine Vielzahl unterschiedlicher Matrizes weiter optimieren.

Unsere Analytik basiert auf einer leistungsfähigen LC-MS/MS-Methodik unter Einsatz isotopenmarkierter Standards. In Kombination mit unserer weiterentwickelten Hausmethode ermöglicht dies eine hochpräzise, robuste und sensitive Quantifizierung von Cereulid – auch in anspruchsvollen Matrizes.

Für Sie bedeutet das: reduzierte Matrixeinflüsse, eine erhöhte methodische Robustheit sowie verlässliche quantitative Ergebnisse als fundierte Grundlage für Ihre Risikobewertung und sichere Qualitätsentscheidungen.

Selbstverständlich bieten wir die Analytik gemäß DIN EN ISO 18465:2017 weiterhin für zahlreiche Matrizes an – insbesondere zur Absicherung sensibler Produkte und Rohstoffe wie DHA (Omega-3) und ARA (Omega-6).

Analytische Leistungsfähigkeit

Unsere Cereulid-Analytik ermöglicht eine sensitive Quantifizierungen in den relevanten Lebensmittelmatrices.

Die analytische Leistungsfähigkeit ist darauf ausgelegt, die von der EFSA definierten bzw. diskutierten Schwellenwerte zuverlässig zu verifizieren und eine fundierte Bewertung im regulatorischen Kontext zu unterstützen.

Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Spezifischer Nachweis des Toxins Cereulid
  • Sensitive Lebensmittelanalytik
  • Einordnung im Kontext aktueller EFSA-Risikobewertungen
  • Fachliche Beratung zur passenden Analysestrategie

Kontakt & individuelles Angebot

Gerne unterstützen wir Sie bei der Absicherung Ihrer Produkte und Prozesse.

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