EFSA: Emerging Risiks Analyse, 2021

EFSA

Technischer Bericht der EFSA zu Emerging Risks

In einem kürzlich veröffentlichten technischen Bericht der EFSA, zur Analyse der Emerging Risks-2021 wurden 8 Themefelder herausgearbeitet. Der Bericht der EFSA basiert auf einer Zusammenarbeit des Emerging Risks Exchange Network (EREN), der Stakeholder Discussion Group on Emerging Risks und verschiedenen wissenschaftlichen Referaten, Gremien und Arbeitsgruppen der EFSA.

Insgesamt wurden im Jahr 2021 18 potenzielle neu auftretende Risiken erörtert, von denen 8 als Emerging Risks eingestuft wurden. Die Risiken wurden zudem nach damit verbundenen Gefahrenstufen und deren Treiber klassifiziert. Bei mehr als der Hälfte der dabei fokussierten Themen wurde eine Veränderung der Verbrauchertrends als treibende Kraft ermittelt. Zu den 8 Risikobereichen gehört:

  1. Ein neues Schafpestvirus, das eng mit dem Virus der klassischen Schweinepest verwandt ist. Es wurde in Italien entdeckt.
  2. Die Überdosierung von Vitamin D aus Nahrungsergänzungsmitteln.
  3. Der erste Nachweis des westkaukasischen Lyssavirus in Italien.
  4. Das Auftreten von Shiga-Toxin produzierenden Escherichia albertii (STEA).
  5. Potenzielle Gesundheitsrisiken wie Insulinresistenz durch den Verzehr von Kokosnussöl, sowie eines im Vergleich zu anderen Ölen deutlich höheren LDL-Cholesterinspiegels.
  6. Verminderte Lebensmittelqualität und -sicherheit aufgrund einer erhöhten Präsenz von Organismen, die essbare Pflanzen befallen infolge eines verringerten Einsatzes von Pestiziden und Düngemitteln.
  7. Brevetoxine in französischen Schalentieren.
  8. Mycoplasma bovis-Infektionen in Belgien.

Vitamin-D-Überdosierung

Französischen Gesundheitsbehörden sind besorgt über eine Überdosierung von Vitamin D. Sie beobachteten bei gesunden Säuglingen, die Vitamin-D-Präparate erhielten, eine schwere Hyperkalzämie. Im technischen Bericht der EFSA wird darauf hingewiesen, dass es auf dem europäischen Markt Nahrungsergänzungsmittel mit unterschiedlichen Konzentrationen/Dosierungen von Vitamin D gibt.

Erforschung von STEA: Prävalenz, Nachweis und Reservoir

Darüber hinaus wurden in mehreren Studien das Vorkommen von STEA in der Umwelt, die Möglichkeit des Nachweises von dessen Genom und dessen Pathogenitätspotenzial untersucht. Zwar konnte der Erreger aus verschiedenen Tieren wie Schweinen, Katzen und Vögeln isoliert werden, doch ist das natürliche Reservoir von E. albertii noch immer unklar. Dies wäre jedoch erforderlich, um die Übertragungsdynamik von STEA zu bestimmen und Infektionen zu verhindern. Die erste Beschreibung von STEA stammt aus dem Jahr 2003 und wird von Unternehmen häufig fälschlicherweise als E. coli identifiziert.

Muscheln und Regulierung

Brevetoxine (BTXen) wurden im November 2018 erstmals auf Korsika, in französischen Muscheln, nachgewiesen. BTXen sind marine Biotoxine, die für neurotoxische Schalentiervergiftungen verantwortlich sind. Der wichtigste bekannte Verursacher von BTXen ist die marine Dinoflagellate Karenia brevis, aber auch andere Mikroalgen stehen im Verdacht, brevetoxinähnliche Verbindungen zu produzieren. Gegenwärtig gibt es in Frankreich und Europa keine Regulierungsbehörden für Brevetoxine. Die französische Agentur für Lebensmittel, Umwelt und Arbeitsschutz (ANSES) hat jedoch Schritte in diese Richtung unternommen und hat zwei Lowest Observed Adverse Effect Level (LOAEL-Werte ) festgelegt. Außerdem schlug sie einen Richtwert von 180 Mikrogramm Brevetoxin pro Kilogramm Muschelfleisch vor. Diese Empfehlung berücksichtigt eine zugrundeliegende Standardportionsgröße von 400 Gramm Muschelfleisch.

Bedenken zur Lebensmittelsicherheit weltweit

Darüber hinaus enthielt der technische Bericht auch 35 potenzielle neue Problembereiche für die Lebensmittelsicherheit und menschliche Gesundheit identifiziert. Dem EREN gehören Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, Norwegens, der Schweiz und von Organisationen wie der WHO, der FAO, der FSANZ, der US Food and Drug Administration (FDA) und der Canadian Food Inspection Agency (CFIA) an. Zu den potenziellen Problemen gehören Themen wie der zunehmende Verzehr von Krokodilfleisch, die Kontamination von Fleisch mit Perfluoroctansulfonsäure (PFOS), synthetische Cannabinoide in Lebensmitteln, Mikrogrüns, der Anbau und Verzehr von Insekten oder Lebensmittelbetrug bei Büffelmilch.

Wie könne wir Sie unterstützen?

Wir, das Institut Kirchhoff Berlin, ein Unternehmen von Mérieux NutriSciences, bieten umfassende Lösungen für die Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit von Lebensmitteln.

Unser Labor arbeitet kontinuierlich daran, die Lebensmittelindustrie bei der Erforschung, Entwicklung, Innovation und Implementierung modernster Analysemethoden zur Bestimmung von Kontaminanten und zur Unterstützung der Kontrolle neu auftretender Risiken in Lebensmitteln zu unterstützen.

Dank Forschung und Entwicklung, erfahrener Analysetechniker und eines Teams, das auf die Überwachung von Lebensmittelgesetzen, Warnungen und Betrug spezialisiert ist, konzentriert sich das Institut Kirchhoff Berlin auf zukünftige Trends und neu auftretende Risiken in der Lebensmittelindustrie und erfasst diese.