Risikobewertung von Mineralölkohlenwasserstoffe
Aktueller Bericht zur Risikobewertung von Mineralölkohlenwasserstoffen (MOH) in Lebensmitteln, veröffentlicht von der EFSA am 13. September 2023
Mineralölkohlenwasserstoffe stammen in erster Linie aus Erdöl, können aber auch aus Kohle, Gas und Biomasse gewonnen werden. Sie werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe und aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH). Mineralölbestandteile können über eine Vielzahl von Wegen entlang der Nahrungskette in die Nahrung gelangen.
Einige der möglichen Quellen sind:
– Migration aus Lebensmittelzusatzstoffen
– Migration aus Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen
– Umweltkontamination (landwirtschaftliche Maschinen und ungeeignete Transport- oder Lebensmittelverarbeitungsmethoden)
– Kontamination während der Verarbeitung der Lebensmittel
– Allgemeine Akkumulation in der Nahrungskette.
Im Jahr 2012 kam das Wissenschaftliche Gremium für Contaminants in the Food Chain (CONTAM-Gremium) zu dem Schluss, dass MOH unterschiedliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben können. Insbesondere wurde festgestellt, dass sich MOSH im menschlichen Gewebe anreichern und möglicherweise die Leber schädigen können, während MOAH, insbesondere solche mit spezifischen chemischen Strukturen, durch Schädigung der DNA möglicherweise zu Krebs führen können.
Wichtige regulatorische Entwicklungen und Bewertung von Mineralölkohlenwasserstoffe in Europa und Deutschland
Die Aktualisierungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zu den regulatorischen Entwicklungen und die Bewertung von MOH in Lebensmitteln sind für die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und -qualität von entscheidender Bedeutung. Sie unterstreicht die Bedeutung kontinuierlicher Forschung und Wachsamkeit bei der Überwachung und Regulierung dieser Stoffe:
- Die Europäische Kommission (EK) erwägt derzeit die Festlegung von Höchstwerten für MOH in bestimmten Lebensmitteln. Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, beauftragte die EK die EFSA im Jahr 2020 mit der Aktualisierung des wissenschaftlichen Gutachtens des CONTAM-Gremiums aus dem Jahr 2012 zu den Risiken von MKW in Lebensmitteln. Die EFSA wurde damit beauftragt, die seit 2012 durchgeführten Forschungsarbeiten zur Toxizität von MKW zu überprüfen, die Expositionswerte auf der Grundlage aktueller Daten über das Auftreten von MKW abzuschätzen und anschließend die Risikobeschreibung zu aktualisieren.
- Im April 2022 veröffentlichte der Standing Committee on Plants, Animals, Food and Feed (SCoPAFF) Maximalgehalte für die Summe der MOAH in Lebensmitteln abhängig von deren Fettgehalt (aktualisiert im Oktober 2022).
- Im März 2023 veröffentlichte die EFSA den Entwurf der Schlussfolgerungen zur Risikobewertung „Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmitteln“, in dem die EFSA bestätigte, dass einige Stoffe aus der Gruppe der sogenannten aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH – Fraktion mit drei oder mehr aromatischen Ringen) möglicherweise gesundheitsgefährdend sind.
- Das Joint Research Centre (JRC) veröffentlichte im Jahr 2023 die zweite Ausgabe der Leitlinien zur Probenahme, Analyse und Datenberichterstattung von Mineralölkohlenwasserstoffen in Lebensmitteln und Lebensmittelkontaktmaterialien gemäß der EU-Empfehlung (EU) 2017/84.
- Im Juli 2023 veröffentlichte das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Mitteilung und ein FAQ-Dokument zu Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln, die die Schlussfolgerungen der EFSA unterstützen.
- Im September 2023 veröffentlichte die EFSA die „Aktualisierung der Risikobewertung von Mineralölkohlenwasserstoffen in Lebensmitteln„. Die wichtigsten Schlussfolgerungen der EFSA vom März 2023 sind unverändert und wurden gegenüber dem Entwurf bestätigt.
- Im Dezember 2023 wurde ein Entwurf der Europäischen Kommission veröffentlicht, der sich mit der Festlegung von Höchstwerten für aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) in Lebensmitteln befasst
Ergebnisse, Auswirkungen und Empfehlungen der Risikobewertung der EFSA zu Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln
Die EFSA ging bei dieser Bewertung akribisch vor und folgte einer zuvor festgelegten Methodik. Sie umfasste eine umfassende Überprüfung der wissenschaftlichen Literatur, wobei der Schwerpunkt auf Studien lag, die seit 2010 veröffentlicht wurden. Auch die zwischen 2011 und 2021 erhobenen Daten zum Vorkommen wurden berücksichtigt. Vom 15. März bis zum 30. April 2023 fand die öffentliche Konsultation zum Entwurf des wissenschaftlichen Gutachtens zur Aktualisierung der Risikobewertung von Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) in Lebensmitteln statt. Auf der Plenarsitzung des Ausschusses für Kontaminanten in der Lebensmittelkette (CONTAM) im Juli 2023 wurde die endgültige Fassung angenommen. Der umfassende Bericht wird nun offiziell am 13. September 2023 im EFSA Journal veröffentlicht. Die Bewertung der EFSA hat demnach zu mehreren Ergebnissen geführt, die die Entscheidung der Europäischen Kommission über Höchstwerte für MOH in Lebensmitteln beeinflussen können.
Kernpunkt der Aktualisierung der Risikobewertung von Mineralölkohlenwasserstoffen in Lebensmitteln
Der Bericht enthält folgende Punkte:
- MOSH-Exposition über die Nahrung: Es ist unwahrscheinlich, dass die derzeitige ernährungsbedingte Exposition gegenüber MOSH Anlass zu Bedenken hinsichtlich der menschlichen Gesundheit gibt. Es sind jedoch weitere Forschungen erforderlich, um mögliche langfristige Auswirkungen zu verstehen.
- MOAH-Exposition: Die Exposition gegenüber MOAH mit 3 oder mehr aromatischen Ringen, die mit DNA-Schäden und potenziellen Krebsrisiken in Verbindung gebracht werden, gibt Anlass zur Sorge, insbesondere bei Kleinkindern und anderen Altersgruppen.
- Nach wie vor bestehen Unsicherheiten: Für einige MOAH mit 1 bis 2 Ringen und ihre möglichen gesundheitlichen Auswirkungen liegen noch keine ausreichenden Daten für eine abschließende Bewertung vor.
- Hohe MOSH/MOAH-Gehalte in pflanzlichen Ölen: Pflanzenöle wiesen die höchsten Gehalte an MKW auf, und die Bevölkerungsgruppe mit der höchsten Exposition waren junge Menschen, hauptsächlich Säuglinge durch Säuglingsnahrung.
Die EFSA hat jedoch mehrere Empfehlungen für Gesundheitsbehörden, politische Entscheidungsträger und Forscher formuliert, um diese Bedenken auszuräumen.
Dazu gehören die:
– Verbesserung der Analysemethoden
– Erforschung der Quellen von Kohlenwasserstoffen in Lebensmitteln
– Sammlung von mehr Daten über die Akkumulation von MKW und
– Erforschung der Auswirkungen von MKW auf die menschliche Gesundheit.
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Wir unterstützen Sie dabei:
- Bewertung des Risikos dieser Kontaminanten in Ihrer Lieferkette.
- Identifizieren und verstehen Sie den Ursprung einer möglichen MOSH- und MOAH-Kontamination.
- Krisenmanagement und Prävention
- Durchführung einer Ursachenanalyse und Abgabe von Empfehlungen für einen Plan zur Risikominderung
- Sicherstellung, dass Ihre Lebensmittelprodukte den neuesten Anforderungen und Richtlinien in Bezug auf Mineralöl in Lebensmitteln entsprechen

