Ökobilanz und ökologischer Fußabdrucks in der Agrar- und Ernährungswirtschaft
Ökobilanz und ökologischer Fußabdruck – Wie sind diese im Agrar- und Lebensmittelsektor zu erfassen und zu bewerten?
Das globale Nahrungsmittelsystem trägt maßgeblich zu den Treibhausgasemissionen bei und ist für bis zu 37 % der weltweiten Emissionen verantwortlich. Darüber hinaus werden dadurch die natürlichen Ressourcen wie Land, Wasser und Artenvielfalt erheblich belastet. Da Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung erlangt, arbeiten Unternehmen, Regierungen und Organisationen daran, die Lebensmittelproduktion umweltfreundlicher zu gestalten. Aber wo soll man anfangen?
Die Durchführung einer Lebenszyklusanalyse (LCA) ist ein guter Ausgangspunkt. Sie bietet einen strukturierten Ansatz zur Ermittlung des ökologischen Fußabdrucks der gesamten Lieferkette. Dieser Prozess kann jedoch komplex sein, da er ein tiefes Verständnis der Methoden und der Datenerfassung und -interpretation erfordert.
Die Rolle der Lebenszyklusanalyse (LCA)
Die Messung der Emissionen und Umweltauswirkungen landwirtschaftlicher Systeme kann kompliziert sein. Aus diesem Grund werden international anerkannte Methoden wie die Ökobilanz (ISO 14040/44) verwendet. Dabei wird die gesamte Lebensmittelversorgungskette von der Gewinnung der Rohstoffe über den Verbrauch des Produkts bis hin zur Verpackung bewertet. Die Ökobilanz bietet einen umfassenden Überblick über die Umweltauswirkungen (EI-, ökologischer Fußabdruck), ermöglicht fundierte Entscheidungen und fördert nachhaltige Verbesserungen.
Da die Anforderungen an die globale Nachhaltigkeitsberichterstattung steigen, müssen Unternehmen transparente und zuverlässige Daten zu ihrem ökologischen Fußabdruck bereitstellen. Vorschriften wie die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) sowie steigende Erwartungen der Verbraucher zwingen Unternehmen zu einer glaubwürdigen, wissenschaftlich fundierten Berichterstattung. In diesem Zusammenhang spielt die Ökobilanz eine Schlüsselrolle, da sie auf repräsentativen Unternehmensdaten basierende Informationen liefert, die Folgendes ermöglichen:
- Umweltauswirkungen über die globale Erwärmung (CO2-Fußabdruck) hinaus, einschließlich Landnutzung, Wasserverbrauch und Erschöpfung der Vorräte fossiler Brennstoffe.
- Erfüllen Sie gesetzliche Anforderungen , wie etwa die CSRD.
- Entdecken Sie Möglichkeiten zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, die sowohl dem Planeten als auch dem Geschäftsbetrieb zugute kommen.
Komplexität der Ökobilanz im Agrar- und Lebensmittelsektor
Lebenszyklusanalysen (LCAs) von Agrar- und Lebensmittelprodukten und -systemen stellen einzigartige Herausforderungen dar. Faktoren wie Landnutzungsänderungen (LUC) , Methoden der Lastverteilung und Datenvariabilität können die Ergebnisse erheblich beeinflussen. Um Glaubwürdigkeit und Genauigkeit zu gewährleisten, ist es wichtig, globale Standards und Methoden zu beherrschen und gleichzeitig fundierte Entscheidungen bei der Modellierung zu treffen.
Wichtige Aspekte
- Effektive Auswahl funktionaler Einheiten: Definieren Sie eine aussagekräftige Vergleichsbasis.
- Festlegen der Systemgrenzen: Bestimmen Sie, wo die Ökobilanz beginnt und endet, um genaue Ergebnisse zu erhalten.
- Auswahl der geeigneten Methode zur Zuweisung von Umweltlasten: Effektives Management von Systemen mit mehreren Ausgaben.
- Anpassung an internationale Standards: Machen Sie sich mit regulatorischen Rahmenbedingungen wie den EU-Regeln für die Kategorien des ökologischen Fußabdrucks von Produkten (PEFCRs) vertraut , um sich an bewährte Verfahren anzupassen.
- Berücksichtigung der spezifischen Komplexität des Agrar- und Lebensmittelsektors: Berücksichtigung von Aspekten wie der Berücksichtigung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, die durch landwirtschaftliche Tätigkeiten und Viehzucht entstehen. Wie etwa Methanemissionen (CH 4 ) aus der enterischen Fermentation von Tieren oder Ammoniak- (NH 3 ) und Lachgasemissionen (N 2 O) aufgrund von Ausscheidungen und Abfallmanagement in landwirtschaftlichen Betrieben.
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Ansprechpartner:
Daniel Egas – daniel@blonksustainability.com
Nachhaltigkeitsberater | LCA- und Footprinting-Geschäftsentwicklungsmanager

