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Bei 2- und 3-Monochlorpropan-1,2-diol (2- und 3-MCPD) und Glycidylester handelt es sich um Prozesskontaminanten. Sie entstehen durch hohe Temperaturen während des Produktionsprozesses.
Speiseöle, zu denen Pflanzenöle und Fischöle gehören, werden aus verschiedenen Rohstoffen wie Früchten, Samen, Nüssen oder Fischen hergestellt. Bei der Raffination von Speiseölen mit Temperaturen von etwa 200°C oder höher, können 3-MCPD-Ester und Glycidylester (GE) entstehen.
Eine Exposition des Menschen gegenüber 3-MCPD-Estern und Glycidylestern kann durch den Verzehr von raffinierten Ölen erfolgen. Zudem durch den Verzehr von Lebensmitteln, die raffinierte Öle enthalten. Hierzu können frittierte Kartoffelprodukte und Backwaren aber auch stark regulierte Produkte wie Säuglingsnahrung zählen. Einige neuere Studien deuten darauf hin, dass sie zudem in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen können, die Fisch-, Algen- oder Krillöl enthalten. Die von der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2018 festgelegte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (tolerable daily intake: TDI) beträgt 2 µg/kg Körpergewicht und Tag.
In der Praxis besteht die Herausforderung, bestimmte aromatische Präferenzmuster der Verbraucher mit der Qualität und Sicherheit des Produkts in Übereinstimmung zu bringen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für Kontaminanten bewertete die potenziellen Risiken von 3-MCPD- und Glycidylestern im Jahr 2016. Hierbei wurde 3-MCPD als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft, während Glycidol als genotoxisch und mit karzinogenen Potential eingestuft wurde. Da die Ester der beiden Verbindungen im Gastrointestinaltrakt in ihre freie Form gespalten werden, müssen die estergebundenen Analyten unter toxikologischen Gesichtspunkten genauso bewertet werden wie die freie Form.
3-MCPD wurde als mögliches Karzinogen für den Menschen eingestuft, während die Toxizität von 2-MCPD noch untersucht wird. Im Januar 2018 zeigte das wissenschaftliche Gutachten der EFSA, dass diese veresterten Formen bei der Einnahme eine umfassende Hydrolyse durchlaufen, wodurch hohe Mengen an toxischem MCPD entstehen. Die EFSA und der JECFA (Gemeinsamer FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe) bewerteten die Gesundheitsrisiken und ermittelten Schwellenwerte für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI), die ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen wie Säuglinge und Kinder nicht ausschließen.
Dies gilt vor allem für pflanzliche Öle und Fette, aber auch für daraus hergestellte Lebensmittel, wie z. B. Backwaren. Insbesondere bei dem viel diskutierten Palmöl wurde festgestellt, dass es 6-10 mal mehr MCPD und Glycidylester (GE) enthält als andere Öle. Dies hat zu großer Besorgnis und Änderungen in der Formulierung einiger Lebensmittel geführt, wenn man bedenkt, dass Palmöl eine häufige Zutat in Lebensmitteln ist, auch in solchen für Kinder.
Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) hat die „Toolbox for Mitigation of 3-MCPD Esters and Glycidyl Esters in Food“ veröffentlicht, eine Zusammenstellung von Strategien zur Reduzierung des Vorkommens von 3-MCPD Estern und Glycidol in Lebensmitteln. Die vorgeschlagenen Strategien umfassen Instrumente für den Einsatz in der landwirtschaftlichen Praxis und bei der Herstellung und Verarbeitung von Pflanzenölen sowie Leitlinien für die Auswahl und/oder Reduzierung der Verwendung von Ölen in Produktformulierungen. Außerdem werden Leitlinien zur Verringerung dieser Kontaminanten bei der Lebensmittelverarbeitung in der Gastronomie und im Haushalt angeboten.
Wir biete einen umfassenden Analyseservice zur Überwachung von 2-MCPD-, 3-MCPD- und Glycidylester, sowie deren freie Form in Lebensmitteln:
mittels GC-MS oder GC-MS/MS.
Für die Analyse dieser Verbindungen stehen am Institut Kirchhoff Berlin verschiedene Analysenmethoden zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem:
sowie weitere Methoden zur Analyse von freiem 2-MCPD, 3-MCPD und Glycidol
In der Verordnung (EG) 2023/915 sind die Höchstgehalte von 3-MCPD, 3-MCPD-Estern und Glycidylestern in verschiedenen Lebensmittelmatrices festgelegt. Dazu gehören auch:

Oudenarder Strasse 16 / Carrée Seestrasse
13347 Berlin-Mitte, Deutschland
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