Lufttransport von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen: Eine Pilotstudie im Auftrag des BVL
Lufttransport von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen über die Luft, eine Pilotstudie des BVL unter Mitwirkung von Mérieux NutriSciences I Institut Kirchhoff Berlin
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Pilotstudie zum Lufttransport von Pestizidwirkstoffen im Jahr 2023 in Auftrag gegeben. Das BVL hat den Bericht der Pilotstudie am 25. Oktober 2024 veröffentlicht.
Über die Pilotstudie
Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe (Pestizide) können durch Verdunstung und Staubdrift weite Strecken zurücklegen, bevor sie sich wieder niederschlagen. Im Rahmen einer Pilotstudie ist dieser Lufttransport nun Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), eine Behörde, die unter anderem Programme zur Überwachung von Pflanzenschutzmitteln koordiniert, hat dazu Probenahmen in drei deutschen Bundesländern in Auftrag gegeben, um mehr Informationen über den Ferntransport von Wirkstoffen aus Pflanzenschutzmittel über die Luft zu sammeln.
Mit unserer Kompetenz in der Analytik von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen und derer Metabolite haen wir, Mérieux NutriSciences I Institut Kirchhoff Berlin, an der Studie teilgenommen. Weiteren Mitwirkenden waren die RLP AgroScience GmbH, Herr Prof. Dr. Roland Kubiak sowie weitere staatliche Stellen aus den drei Bundesländern, in denen das Projekt durchgeführt wurde.
Ziel der Studie
Im Jahr 2023 beauftragte das BVL eine Pilotstudie, die Vorarbeiten für ein bundesweites Monitoring des Lufttransports von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln sowie deren Nachweis in Luft und Regenwasser umfasste. Ziel der Pilotstudie war das Sammeln von Erfahrungen bezüglich der Probenahme, Logistik, Analytik und Plausibilität in Vorbereitung eines bundesweiten Luftmonitorings. Diese Erkenntnisse sind entscheidend, um die Verbreitung von Pestiziden in der Atmosphäre besser zu verstehen und letztlich neue Standards zur Reduzierung potenzieller Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu entwickeln.
Die Pilotstudie zur Verfrachtung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen über die Luft begann im Juli 2023. Die erste Probenahme erfolgte im August 2023. Mit einem Probenahmezyklus von 28 Tagen wurden Proben bis zum Dezember 2023 entnommen und untersucht. Im Rahmen dieser Pilotstudie wurden Erfahrungen mit den Probenahmegeräten und deren Eignung für die Erfassung von Wirkstoffen gesammelt und Probenahme- und Versandprozesse getestet. Hinzu kamen analytische Aufgaben wie die Validierung der Methoden und die Untersuchung von Kontrollproben.. Schließlich sollten die Unterschiede zwischen den Standorten bewertet werden.
Hauptergebnisse – Erkenntnisse aus der Pilotstudie
In der Pilotstudie wurden Proben von Niederschlagswasser und Aktivluftsammlern (Feinstaubfilter und PU-Schäume) auf ein ausgewähltes Spektrum an Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen und derer Metabolite an Probenahmestellen in Bayern (Neusling), Nordrhein-Westfalen (Essen-Schuir) und Brandenburg (Spreewald) untersucht. Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören:
Probenahmestellen und Nähe zur Landwirtschaft
- Die Standorte Neusling und Essen-Schuir lagen in der Nähe landwirtschaftlich genutzter Flächen, die überwiegend für den Ackerbau genutzt werden.
- Der Standort Spreewald lag mehrere Kilometer von landwirtschaftlich genutzten Flächen entfernt.
- In vielen Fällen deuteten die Ergebnisse auf einen Zusammenhang zwischen der Nähe zu landwirtschaftlichen Flächen und der Anzahl sowie Konzentration der nachgewiesenen Stoffe hin.
Nachweis von Analyten an den Standorten
- Die meisten Stoffe wurden an den landwirtschaftsnahen Standorten Neusling (Bayern) und Essen-Schuir (Nordrhein-Westfalen) gefunden.
- Die geringste Anzahl an Stoffen wurde im Spreewald (Brandenburg), weiter entfernt von landwirtschaftlichen Flächen, festgestellt.
Probenanalyse und Berichterstattung
- Insgesamt wurden 87 Proben auf 63 Analyten von Niederschlagswasser und aktiven Luftsammlern untersucht.
- Die Nachweisgrenze betrug 5 ng/L für Niederschlagswasser und 5 ng/m³ Luft für aktive Luftsammler.
- Von den 63 getesteten Analyten wurden 30 Stoffe in der Pilotstudie nachgewiesen.
Verteilung der Analyten
- Die meisten Nachweise wurden im Niederschlagswasser festgestellt.
- Nur 11 Stoffe wurden in Feinstaubfiltern und PU-Schäumen nachgewiesen.
Einschränkungen und weiterer Forschungsbedarf
- Die gesammelten Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über den Lufttransport von Wirkstoffen und Metaboliten, sind jedoch für eine regulatorische Bewertung noch unzureichend.
- Erweiterte und kontinuierliche Probenahmen sind erforderlich, um die Datenqualität zu verbessern und fundierte regulatorische Schlussfolgerungen zu ziehen.
Unsere Mitwirkung
Wir, das Mérieux NutriSciences | Institut Kirchhoff Berlin, ein nach DIN EN ISO 17025 akkreditiertes Labor mit langjähriger analytischer Exzellenz, haben einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg der Pilotstudie geleistet. Mit unserer Expertise haben wir entscheidend dazu beigetragen, dass die Ziele des Pilotprojekts erreicht wurden.
Unsere Beteiligung unterstreicht unser unermüdliches Engagement bei der Bewältigung der drängenden Herausforderungen bei der Überwachung und Regulierung von Pestiziden. Durch unsere aktive Teilnahme an dieser Studie haben wir unsere Position als führendes Unternehmen im Bereich der Analytik und als zuverlässiger Partner im Bereich der Lebensmittel- und Umweltsicherheit gestärkt. Da der Bedarf an weiterer Forschung weiter wächst, werden wir auch weiterhin unser analytisches Fachwissen einbringen, um die Regulierungspolitik zu unterstützen und die öffentliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen.
Weitere Informationen zu unseren Analysen und Dienstleistungen für Pestizide finden Sie hier.
Quellenangaben:

