Tierarzneimittel sind Stoffe, die zur Vorbeugung oder Heilung von Krankheiten bei zur Lebensmittelerzeugung genutzten Tieren eingesetzt werden. Rückstände von Tierarzneimitteln oder deren Metaboliten können in bestimmten Geweben des Tieres und in den daraus gewonnenen Produkten verbleiben und möglicherweise in die menschliche Nahrungskette gelangen.
Die unsachgemäße Verwendung dieser Verbindungen und ihr Vorhandensein in verschiedenen Lebensmitteln tierischen Ursprungs können zu bakterieller Resistenz und allergischen Reaktionen führen. Studien haben gezeigt, dass der Verzehr von Produkten von Tieren, die mit Tierarzneimitteln behandelt wurden, eine bedeutende Quelle für die unbeabsichtigte Aufnahme von Antibiotika durch den Menschen darstellt.
Regulierung und Kontrolle von Tierarzneimitteln
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertet Rückstandshöchstmengen (MRL) für Tierarzneimittel, die in der EU vermarktet werden. Die Verordnung (EU) 37/2010 stuft pharmakologisch wirksame Stoffe in erlaubte und verbotene Kategorien ein:
AMR: Antimikrobielle Resistenz
AMR ist die Fähigkeit von Bakterien, zunehmend resistent gegen ein Antibiotikum zu werden, für das sie zuvor empfänglich waren. Antibiotikaresistenzgene entwickeln sich als Folge natürlicher Selektion und genetischer Mutationen.
Nach Angaben der FAO und der WHO ist die Antibiotikaresistenz eine große globale Bedrohung, die für die Gesundheit von Mensch und Tier zunehmend Anlass zur Sorge gibt. Das Vorhandensein zunehmend resistenter Mikroorganismen in landwirtschaftlichen Lebensmittelketten stellt einen potenziellen Expositionsweg für Tiere, die von ihnen stammenden Lebensmittel und somit auch für die Verbraucher dar.
Um die Risiken zu mindern, sind vorbeugende Maßnahmen von der Produktion bis zum Verbrauch unerlässlich:
- In der Tierhaltung: Reduzieren Sie den Einsatz von Antibiotika und erwägen Sie Alternativen zu Medikamenten wie Probiotika, Präbiotika oder Impfstoffe. Führen Sie die Herden nach genauen Richtlinien für Hygiene und Krankheitsbekämpfung, um die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen zu verhindern.
- Während der Verarbeitung: Gute Hygienepraxis (GHP) anwenden und vorrangig Rohstoffe verwenden, die nur mit den erforderlichen Tierarzneimitteln behandelt wurden.
Am Ort des Verzehrs: Achten Sie auf persönliche Hygiene und auf Sauberkeit in den Verarbeitungs- und Kochbereichen. Bevorzugen Sie, wenn möglich, unbehandelte Lebensmittel.
Rückstände von Tierarzneimitteln: unsere analytischen Dienstleistungen
Gemeinsam mit unserem globalen Netzwerk bieten wir einen umfassenden analytischen Service, der die Erstellung von Multirückstands-Profilen mittels Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit einem Triple-Quadrupol-Massendetektor für verschiedene Lebensmittelmatrices, Futtermittel, Tiernahrung und biologische Flüssigkeiten umfasst.
Wir können auch spezielle Profile vorschlagen, die auf der zu analysierenden Matrix basieren, wie z. B. Honig, für den es ein eigenes Screening gibt.
Unser Analysepaket entspricht vollständig den Grundsätzen und Anforderungen der Entscheidung 2002/657/EG:
- Kriterien und Verfahren zur Validierung von Analysemethoden, die die Qualität und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den amtlichen Laboratorien gewährleisten.
- Gemeinsame Kriterien für die Interpretation von Testergebnissen.
- Minimum Required Performance Limits (MRPL) für Analysemethoden zum Nachweis von Substanzen ohne Höchstgrenze.
- Leistungsüberwachung bei Routineanalysen.

