Jahresbericht 2023 des Alert and Cooperation Network
Einblick in den Jahresbericht 2023 des Alert & Cooperation Network (ACN)
Wie aus dem Alerts and Cooperation Network (ACN) Bericht hervorgeht, nahmen im Jahr 2023 nahmen die Nutzung des Meldesystems zur Lebensmittelsicherheit zu. Die meisten Meldungen kamen dabei aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Zunehmend bedienten sich auch nicht-europäische Länder des Systems und erstmals meldete auch das Plant Health Netzwork über das ACN.
Vier große Netzwerke veröffentlichen regelmäßig über ACN Warnmeldungen im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln.
- Rapid Alert System for Food and Feed (RASFF)
- Administrative Assistance and Cooperation (AAC)
- Food Fraud Network (FFN)
- neu eingeführte Plant Health Network (PHN).
Rapid Alert System for Food and Feed (RASSF)
Das RASFF ermöglicht es den für die Lebensmittelsicherheit zuständigen Behörden, Informationen über Risiken im Zusammenhang mit Lebensmitteln, Futtermitteln oder Lebensmittelkontaktmaterialien in Berührung kommen, auszutauschen. Im Jahr 2023 verzeichnete das System einen Anstieg der Meldungen um 8 % auf insgesamt 4.695. Davon betrafen 4.199 Meldungen Lebensmittel, 303 Futtermittel und 193 Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Nach Art der Meldung stiegen die Warnmeldungen gegenüber 2022 um 9 %, die Informationen zur Nachverfolgung um 23 %, die Informationen zur Beachtung um 6 % und die Grenzabweisungen um 2 %.
Zu den wichtigsten gemeldeten Vorfällen gehörten:
- Pestizidrückstände: 936 Meldungen
- Pathogene Mikroorganismen: 856 Meldungen
- Mykotoxine: 401 Meldungen
Über ein Drittel dieser Meldungen betraf Zurückweisungen an der Grenze, wobei Pestizidrückstände in Sendungen von Obst und Gemüse aus der Türkei, Ägypten und Indien am häufigsten vorkamen. Die wichtigsten Herkunftsländer für diese Probleme waren Polen, die Niederlande und Frankreich (innerhalb der EU) sowie die Türkei, China und Indien (außerhalb der EU).

| HAZARD | PRODUCT CATEGORY | ORIGIN | NOTIFICATIONS |
| Pesticide residues | Fruits and vegetables | Türkiye | 168 |
| Salmonella | Poultry and poultry products | Poland | 153 |
| Migration | Food contact materials | China | 92 |
| Aflatoxins | Nuts, nut products and seeds | United States | 85 |
| Pesticide residues | Fruits and vegetables | Egypt | 84 |
| Pesticide residues | Herbs and spices | India | 51 |
| Pesticide residues | Cereals and bakery products | India | 48 |
| Salmonella | Nuts, nut products and seeds | Nigeria | 38 |
| Vibrio | Crustaceans and crustacean products | Ecuador | 36 |
| Pesticide residues | Cereals and bakery products | Pakistan | 34 |
Administrative Assistance & Cooperation (AAC) Network
Das AAC ermöglicht es den Mitgliedstaaten, Verstöße gegen die EU-Rechtsvorschriften zur Lebensmittelsicherheit zu melden, die kein unmittelbares Gesundheitsrisiko darstellen. Im Jahr 2023 stiegen die Meldungen um 24 % auf 3.166. Die meisten Meldungen (63 %) betrafen nicht konforme Zusammensetzungen bei Obst und Gemüse, hauptsächlich aufgrund von Pestizidrückständen, die den Rückstandshöchstgehalt (MRL) überschritten. Falsche Kennzeichnungen machten 32 % der Meldungen aus.
Die Europäische Kommission bewertet jede Meldung der AAC über potenzielle Gesundheitsrisiken ordnungsgemäß und leitet sie gegebenenfalls an das RASFF-System weiter.
Food Fraud Network (FFN)
Das FFN untersucht Fälle, in denen die Behörden betrügerische oder irreführende Praktiken vermuten. Im Jahr 2023 stiegen die Meldungen im FFN um 26,3 %, wobei 758 Betrugsverdachtsfälle gemeldet wurden. Der illegale Handel mit Katzen und Hunden war weiterhin ein großes Problem und machte 414 der Betrugsfälle aus. Weitere Bedenken betrafen Fleischersatz, Honigverfälschung und falsch etikettiertes Olivenöl.
Darüber hinaus wurden 1.075 AAC-Meldungen und 1.625 RASFF-Meldungen als potenzielle Betrugsfälle gekennzeichnet, was zu eingehenderen Inspektionen oder Untersuchungen durch die Mitgliedstaaten führte.
Plant Health Network (PHN)
Das 2023 eingeführte PHN enthält Informationen über Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse und andere Gegenstände. Im ersten Jahr gingen 128 Meldungen ein. Diese betrafen hauptsächlich nicht konforme Sendungen von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und anderen Gegenständen wie Saatgut, Obst, Gemüse, Holz und Blumen sowie andere Probleme im Zusammenhang mit der Pflanzengesundheit.
ACN Bericht: Fokus für 2024 und darüber hinaus
Mit Blick auf die Zukunft hat die Europäische Kommission mehrere wichtige Prioritäten für 2024 und darüber hinaus festgelegt::
- Verbesserte Überwachung von Krankheitserregern in Lebensmitteln: Dies umfasst die Reaktion auf sich ändernde Umweltbedingungen, die die Prävalenz bakterieller Kontaminationen erhöhen können.
- Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion: Der Schwerpunkt wird stärker auf der Reduzierung des Einsatzes schädlicher Chemikalien und der Förderung biologischer Verfahren liegen.
- Strengere Durchsetzung von Vorschriften: Dies zielt auf Allergene und nicht deklarierte Inhaltsstoffe ab, um gefährdete Verbraucher zu schützen.
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Quellenangaben:

